Die Gefahr durch Hochwasser

 

Nach starken Regenfällen können die Wassermengen in kleinen Gewässern um ein Vielfaches ansteigen. Der Zeitraum zwischen der Entstehung und dem Eintreffen eines Hochwassers, die sogenannte Vorwarnzeit, ist in der Regel sehr kurz. Bei großen Flüssen haben lang andauernde Niederschläge und Schneeschmelze einen starken Einfluss auf das Hochwassergeschehen. Hier steigen die Wasserstände meist langsamer an und die Vorwarnzeiten sind dementsprechend länger. Die Ursachen für Hochwasser und Überschwemmungen sind vielfältig, können auch in Kombination auftreten und sich dadurch verstärken. Eine weitere Gefahr für Überschwemmungen sind Sturmfluten und das Überströmen von Hochwasserschutzeinrichtungen. Häufig kommen Deiche, Hochwasserschutzmauern, Hochwasserrückhaltebecken oder mobile Systeme als Hochwasserschutzeinrichtung zum Einsatz. Das bannt jedoch keineswegs die Gefahr für die Menschen, die dahinter wohnen, insbesondere bei extremsten Wetterverhältnissen.

Eine Gefährdung besteht beispielsweise bei lang anhaltendem Hochwasser, wenn sogenanntes Qualmwasser austritt, welches unter dem Deich oder der Schutzmauer durchsickert. Bei höheren Wasserständen läuft der Deich oder die Schutzmauer über und es kommt zur Überflutung des dahinter liegenden Geländes. Zudem können Hochwasserschutzdeiche nach lang anhaltendem Hochwasser durchweichen. Dabei werden kleine Bodenkörner aus dem Inneren der Deiche heraus gespült. Die Deiche verlieren dadurch an Stabilität und können brechen.

 

Die Gefahr durch Starkregen

 

 

Starkregen und Sturzfluten sind Wetterphänomene, die in Zukunft verstärkt auftreten werden. Ein Schadenfall daraus kann jeden treffen, dazu ist keine Gewässernähe nötig. Auch in vermeintlich sicherer Entfernung zu Gewässern besteht dabei eine Hochwassergefahr, welche aus über die Geländeoberfläche abfließendem Wasser besteht. Dabei spielt die Topographie, also die natürliche oder von Menschen veränderte Geländeform, eine maßgebende Rolle, da sie die Fließwege vorgibt. Wessen Haus also in so einem Fließweg steht – egal ob Hanglage mit starker Neigung, Gelände mit gemäßigtem Gefälle oder eine Senke/Mulde – muss damit rechnen, Wasser ins Haus zu bekommen. Eine weitere Gefahr bei Starkregen sind überlaufende Regenrinnen, die das Wasser von den Dachflächen nicht mehr geordnet ableiten können, so dass es ins Haus eindringen kann.

Die Gefahr durch Kanalrückstau

 

Jedes öffentliche Kanalnetz hat eine begrenzte Aufnahmekapazität an Wasser. Bei Starkregen kann es vorkommen, dass Kanäle überlaufen und das Wasser sich über die gesamte Straße bis hin zu Ihrem Grundstück ergießt. Alles keine Seltenheit! Fragen Sie bei der Planung eines Hauskaufs die Anwohner, ob sie die Situation schon einmal erlebt haben. Weitere Gefahrenquellen für Ihr Haus oder Ihre Wohnung sind bei Starkregen Waschbecken, Toiletten oder Kellerabläufe. Ist der öffentliche Kanal überlastet, kann Wasser über die Hausinstallationen hinein laufen, ins Gebäude rückstauen und dort auslaufen. Was neben dem Wasserschaden nicht zuletzt dann auch ein hygienisches Problem wird.

 

Die Gefahr durch Grundwasser

 

 

Was viele vielleicht nicht wissen: Auch aus dem Untergrund kann Hochwasser ins Haus eindringen. Dies geschieht zwar langsamer, kann aber zu dauerhafteren Schäden durch die Vernässungslänge führen. Das Wasser braucht einfach länger, um wieder zu sinken.

Auch hier wird man beim Hauskauf durch Fragen klug bevor man durch Schaden klug wird. Und auch hier sind Hanglagen, Mulden und die Nähe zu Gewässern besonders gefährdet. Informieren Sie sich also am besten vorab umfänglich in der Nachbarschaft sowie bei Kommunen und Wasserverbänden nach bekannten Vorschäden und die Situation vor Ort.

Die realistische Risikoeinschätzung

 

Ausführliche Standort- und Objektanalysen, das Wissen um potentielle Gefahrenquellen und ein adäquater Versicherungsschutz ermöglichen eine realistische Risikoeinschätzung.

Aber viele Hausbesitzer setzen Ihr Nice-to-have-Denken nicht in die Tat um. Denn: Das Risikobewusstsein für Hochwasser ist in der Bevölkerung häufig nur gering. Die persönliche Hochwassergefahr wird schlicht vielfach unterschätzt. Dazu halten Gebäudeeigentümer häufig Versicherungsprämien für zu hoch – gerade in stärker gefährdeten Gebieten, und viele verlassen sich bewusst oder unbewusst auf Ihr Glück oder die staatlichen Hilfen. Die Konsequenz: Da für Hochwasserrisiko keine Versicherungspflicht besteht und mögliche entstehende Schäden von der Allgemeinheit getragen werden, ist bei vielen die Bereitschaft nur gering, in die private Hochwasservorsorge zu investieren.

Das richtige Verhalten

 

Wichtig ist, bei eintretendem Hochwasser „alles richtig“ zu machen. Wenn das Hochwasser bereits zur Katastrophe geworden ist, ist es meistens zu spät.

Daher: Minimieren Sie die Hochwassergefahr schon zu Beginn mit dem richtigen Handeln.

 

10 Tipps für richtiges Verhalten bei Hochwassergefahr!
 

  1. Informieren Sie sich rechtzeitig vor einem Hochwasser bei Ihrer Kommune, ob Sie in einem Überschwemmungsgebiet leben. Prüfen Sie die Möglichkeiten Ihr Haus so zu gestalten, dass es einem Hochwasser besser standhält, z.B. können Sie die Kellerräume abdichten, den Heizöltank sichern oder mobile Schutzelemente kaufen. Versichern Sie sich gegen Hochwasserschäden!
     
  2. Verfolgen Sie während eines Hochwassers über Radio und TV die aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen! Informieren Sie Mitbewohner und Nachbarn, die gerade nicht vor Ort sind.
     
  3. Planen Sie Ihre Versorgung. Unter Umständen fallen die Energie- und Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung aus. Haben Sie daher ausreichend Wasser, Lebensmittel, aber auch Batterien im Haus.
     
  4. Soweit möglich, bringen Sie Ihre Kinder und hilfebedürftige Personen außerhalb des akut von hochwasserbedrohten Gebietes in Sicherheit. Denken Sie auch an Ihre Haustiere!
     
  5. Im Notfall geht Menschenrettung immer der Erhaltung von Sachwerten vor! Das bedeutet: Vermeiden Sie unter allen Umständen das Betreten von Räumen/Bereichen, in denen das Hochwasser bereits hineingelaufen ist – insbesondere Keller, Souterrain, Tiefgarage. Türen lassen sich häufig durch den hohen WASSERDRUCK NICHT MEHR ÖFFNEN – Sie sitzen in einer lebensbedrohlichen Falle!
     
  6. Sprechen Sie die Aufgabenverteilung im Ernstfall mit allen Familienmitgliedern ab, z.B. wer betätigt den Hauptschalter oder die Absperrventile, und wer nimmt die persönlichen Dokumente mit.
     
  7. Räumen Sie gefährdete Bereiche leer! Versuchen Sie wertvolle Gegenstände – Computer und andere technische Geräte – hoch in Regalen oder auf dem Speicher zu verstauen! Denken Sie aber auch an persönliche Dokumente und Fotos. Parken Sie Ihr Auto um! Lagern Sie Lacke, Farben, Pflanzenschutzmittel und andere gefährliche Chemikalien außerhalb der Bereiche, die vom Hochwasser erreicht werden können!
     
  8. Gehen Sie nicht in Ihren Keller, wenn Wasser eingedrungen ist – es besteht die Gefahr eines Stromschlages! Dieses Fehlverhalten zählt zu einer der meisten Unfallursachen, meist mit Todesfolge.
     
  9. Fahren Sie nicht zum Fluss oder in überflutete Bereiche. „Hochwassertourismus“ gefährdet Ihre Sicherheit und behindert die Einsatzkräfte. Beachten Sie Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte. Betreten Sie keine überfluteten Straßen und Uferbereiche! Sie können unterspült sein!
     
  10. Lassen Sie nach einem Hochwasser die beschädigte Bausubstanz prüfen. Achten Sie auf eine sachgerechte Entsorgung verunreinigter Möbel. Verzehren Sie kein Obst und Gemüse aus überfluteten Gebieten. Informieren Sie die Feuerwehr, wenn in Ihrem Haus Farben, Lacke oder Heizöl ausgelaufen sind.

 

Der optimale Objektschutz

 

Es gibt zahlreiche objektbezogene Maßnahmen, wie Sie Ihr Objekt besser gegen Hochwasser schützen können:
 

  • Sorgen Sie – je nach Grundstücksbeschaffenheit – für Bodensenken, die das Wasser auf dem Grundstück verteilen, so dass es großflächig versickern kann oder von Ihrem Haus weggeleitet werden kann.
  • Schaffen Sie Barrieresysteme, z.B. Bodenschwellen, insbesondere bei Gebäuden, die in Geländesenken liegen.
     
  • Installieren Sie mobile Schutzelemente wie Fensterklappen und Wasserbarrieren sowie Aufkantungen an Lichtschächten und Kellereingängen.
     
  • Überprüfen Sie Rohrdurchführungen und realisieren Sie bauliche Maßnahmen („Weisse Wanne“) u.a. gegen drückendes Grundwasser.
     
  • Lassen Sie den Keller vertikal und horizontal abdichten und vergessen Sie die Drähnung nicht.
     
  • Reinigen Sie regelmäßig Regenrinnen und -rohre.
     
  • Realisieren Sie eine Rückstausicherung gegen aus der Kanalisation eindringendes Wasser.
     

 

Weitere wichtige Schutzmaßnahmen:
 

  • „Hochlagern“ von elektronischen Geräten im Keller (z.B. Waschmaschine auf Regal)
     
  • Sichern Sie Ölöfen und Heiztanks. Sie stellen die höchste Schadensumme bei Kellern dar und belasten die Umwelt durch auslaufendes Öl.
     
  • Vermeidung von niedrigen Steckdosen sowie elektrischen Leitungen im Keller oder Souterrain/Tiefgarage.
     

ES GIBT EINE FÜLLE VON BAULICHEN SCHUTZMASSNAHMEN, ABHÄNGIG VON DER BAUART DES HAUSES, DER LAGE DES GRUNDSTÜCKS UND DER BESCHAFFENHEIT DES BAUGRUNDES. WENDEN SIE SICH FÜR DEREN REALISIERUNG AN EINEN FACHBETRIEB.

 

Die umfassende Information

 

Beachten Sie die Informationen des Deutschen Wetterdienstes, der Deutschen Wetterdienst-App sowie Ihrer regionalen Wettervorhersagedienste. Auch der GDV, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft informiert Sie umfassend. Oder googeln Sie Begriffe wie Hochwasserrisiko-Management, EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie oder Hochwassergefahrenkarte. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat zum Thema Objektschutz die Hochwasserschutzfibel heraus gegeben.

 

Risikogebiete auf den ersten blauen Blick

 

Die Hochwassergefahrenkarten

Ganz schön blauäugig, wenn man als Hausbesitzer nicht weiss, ob man in einem potentiellen Gefahrengebiet von Mutter Natur wohnt. Im Netz gibt es eine Vielzahl von informativen Stellen, in denen Risikoflächen erörtert, analysiert und benannt werden.

Hochwassergefahrenkarten zeigen auf den ersten Blick die Überflutungsbereiche der Bäche und Flüsse, von denen eine potentielle Gefahr ausgeht. Diese Informationen sind für Hausbesitzer nützlich, damit sie eine grundsätzliche Gefährdung ihres Standorts realistisch einschätzen können.

 

Unter dem folgenden Link sehen Sie bekannte Überflutungsgebiete blau markiert. So können Sie feststellen, in wie weit Ihre Wohngegend einer möglichen Hochwassergefahr ausgesetzt ist. Beachten Sie bitte, dass kleinere Bäche und Flüsse nicht aufgeführt sind.

Überflutungsgebiete zeigen die Wahrscheinlichkeit

In den Hochwassergefahrenkarten sind Überflutungsgebiete unterschiedlichen Ausmaßes dargestellt. Hier zeigt sich: Je größer das Ausmaß einer Überflutung, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert. Oder anders gesagt: Kleine Hochwasser treten öfter auf, große seltener.

Die Karten zeigen 3 Hochwasserkategorien:

Häufiges Hochwasser
Das Hochwasser tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit alle 5 bis 20 Jahre auf.

Mittleres Hochwasser
Das Hochwasser tritt mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit (voraussichtlich eher alle 100 Jahre) auf. Umgangssprachlich wird mit dem Begriff „Jahrhunderthochwasser“ eine schwere Hochwasserkatastrophe beschrieben.

Extremes Hochwasser
Das extreme Hochwasser tritt seltener als alle 100 Jahre auf und ist in seiner Ausdehnung „extrem“.

Die Natur hat ihre eigenen Gesetze: Befindet sich Ihr Objekt in einem Gebiet, das vermeintlich „nur“ bei Extrem-Hochwasser, betroffen sein könnte, dann sollte man sich nicht so sicher sein, dass es einen nicht treffen könnte. „Seltener als alle 100 Jahre“ empfindet man erst einmal als “in weiter Ferne“; dies kann sich jedoch sehr schnell als Trugschluss erweisen, da es sich lediglich um eine statistische Größe handelt.

Im Klartext: Ein „Jahrhunderthochwasser“ kann durchaus auch mehrmals in hundert Jahren auftreten oder jahrhundertelang ausbleiben. Tatsache ist auch, dass durch den Klimawandel und die damit verbundenen Häufungen von extremen Wetterlagen die Hochwassergefahren zunehmen werden.

 

Gesetzlich festgesetzte Überschwemmungsgebiete

 

Die Länder sind gesetzlich verpflichtet, entlang der Gewässer Überschwemmungsgebiete gesetzlich auszuweisen. Grundlage bilden die Überflutungsflächen eines Hochwassers, das statistisch alle 100 Jahre auftritt. Für diese Gebiete gelten rechtliche Einschränkungen bzw. besondere Schutzvorschriften und dienen u.a. als Grundlage für die Bauleitplanung der Kommunen.

Informationen darüber, ob Ihr Gebäude im Überschwemmungsgebiet liegt, erhalten Sie im Internet sowie bei den Kreisverwaltungen und Kommunen.

 

Was bedeutet ZÜRS?

ZÜRS ist die Abkürzung für „Zonierungssystem für Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen“

Der Begriff ZÜRS wird von der Versicherungswirtschaft zur Einschätzung der Hochwassergefährdung genutzt. Auskunft über die Gefahreneinstufung und Versicherungsbedingungen Ihres Gebäudes erteilt Ihnen Ihr Versicherungsunternehmen. Oder informieren Sie sich auf der Internetseite des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Hochwasser-Schutzeinrichtungen – sicher ist sicher nicht sicher

 

Hochwasserschutzmauern, Deiche oder Talsperren dienen einer gewissen Schadensminderung, die mögliche Gefährdung bleibt jedoch bestehen, denn Deiche können brechen, Hochwassermauern überfluten und Talsperren überlaufen.

Wichtig ist bei allen Maßnahmen: Treffen Sie für den Fall der Fälle, vor allem auch in Eigeninitiative genügend Vorkehrungen für Zusatzmaßnahmen.

 

Wenn die Talsperren vollgelaufen sind, dann wird über die sogenannten Entlastungseinrichtungen die Überlauffunktion aktiviert.

Das bedeutet: Die Anlage bleibt zwar stehen – die Schutzwirkung ist nicht mehr gegeben.

 

Deiche können überflutet werden, dabei gelangt das Wasser aus dem Fluss zu den Gebäuden hinter dem Deich.

 

 

Deiche können unterspült werden, und es können sich Fließwege unter dem Deich durch das Erdreich bilden. So kann das Wasser zu den Gebäuden hinter dem Deich gelangen. Auch kann der Deich seine Standfestigkeit verlieren und brechen.

 

Verklausung – Wenn Schwemmgut den Wasserweg verstopft

 

Gewässerengstellen wie Brücken und Durchlässe setzen sich häufig mit Treibgut zu, so dass kaum bzw. zum Teil gar kein Wasser mehr abfließen kann. Es kommt zur sogenannten Verklausung. Diese Gefahr besteht vor allem bei Hochwasser, wenn durch große Wassermengen und hohe Fließgeschwindigkeiten besonders viel Schwemmgut mitgerissen wird. Die Folgen einer Verklausung sind Überschwemmungsausdehnung und Ausuferungen oberhalb der Verklausung.

Achten Sie daher auf Brücken oder Durchlässe an Gewässern in Ihrem Wohnumfeld. Die in den Karten dargestellten Überschwemmungsgebiete können im Fall einer Verklausung der Brücken oder Durchlässe noch viel größer als dargestellt ausfallen. Achten Sie zudem darauf, auf Ihrem Grundstück in Gewässernähe keinen Grünschnitt, Müll oder Ähnliches zu lagern: Dies kann zu einer zusätzlichen Verstopfung der Wasserwege führen!

 

Ihr Haus steht oder fällt mit dem Hochwasser

 

Die Standsicherheit von Gebäuden in unmittelbarer Nähe zu einem Fluss oder Bach kann bei falscher Bauausführung gefährdet sein. In ungünstigen Fällen können die Fundamente des Gebäudes unterspült werden. Je länger das Hochwasser anhält, umso mehr wird der Boden unter dem Fundament abgetragen. Wenn genügend Material herausgewaschen wurde, wird das Gebäude an diesen Stellen absacken.

Auch durch Treibgut können Gebäudeschäden entstehen. Dabei muss nicht nur die dem Gewässer zugewandte Gebäudeseite betroffen sein, auch an den Seitenwänden kann das Gebäude geschädigt werden.

 

Von schwarzen und weißen Wannen

 

Damit Kellerräume auch bei hohem Grundwasser trocken sind, müssen sie wie eine “Wanne” wirken, die im Extremfall “schwimmen” könnte. Gerade bei Souterrain-Wohnungen oder Wohnkellern finden solche Wannen ihre Anwendung.

Weil Keller aus wasserundurchlässigem Beton keine zusätzliche Abdichtung benötigen, nennt man sie “weiße Wanne”. Sind dagegen die Wände und die Bodenplatte nicht wasserdicht, dann braucht der Keller eine zusätzliche Außenabdichtung – da diese Stoffe alle eine schwarze Farbe haben heißt es “schwarze Wanne”.

 

Hochwassermarken zeigen historische Wasserstände an

 

Hochwassermarken findet man häufig an Brücken oder historischen Gebäuden. Diese Marken erinnern an das Ausmaß vergangener Hochwasserereignisse. Auf der Marke selbst ist meist ein Skalenstrich angebracht, daneben häufig das Jahr, in dem das Hochwasser stattfand. Oftmals ist auch eine Bezugshöhe in mNN oder eine absolute Angabe in Form der Wassertiefe an dieser Stelle angegeben.

Anhand dieser Marken bekommt man einen Eindruck davon, wie hoch ein Hochwasser an dieser Stelle ausfallen könnte. Meist fehlt jedoch eine Information, wie oft das eingezeichnete Hochwasser statistisch auftritt, um z.B. eine Vergleichbarkeit mit den Gefahrenkarten zu bekommen.

 

Überlaufende Dächer und Regenrinnen – nicht zu unterschätzen

 

Überlaufende Dächer und Regenrinnen sind als Gefährdungsquelle nicht zu unterschätzen. Wenn das überlaufende Wasser auf gepflasterte oder anderweitig versiegelte Terrassen oder Garageneinfahrten trifft und nicht versickert, staut es sich auf und kann in tiefliegende Öffnungen des Gebäudes hineinlaufen und Schäden verursachen.

 

Senkenlage – Gefahrenquellen mit Tiefenwirkung

 

Um eine Senkenlage handelt es sich, wenn ein Gebäude in einer Mulde liegt. Das Regenwasser sammelt sich im Tiefpunkt der Senke, wenn es nicht oder nicht schnell genug versickern oder abfließen kann. Dies ist bei asphaltiertem oder gepflastertem Gelände möglich oder wenn mangelndes Gefälle vorliegt. Auch auf vereisten Böden kann kein Wasser mehr versickern, ebenso auf wassergesättigten Böden, weil diese kein weiteres Wasser mehr aufnehmen können. Auch eine Kanalisation, die das Wasser abführen könnte, ist oftmals gar nicht oder nicht ausreichend vorhanden. In derartigen Fällen fließt das niedergehende Regenwasser zum Muldentiefpunkt hin ab. Ein dort vorhandenes Gebäude versinkt förmlich in einem See. Das Wasser kann über Lichtschächte, Kellerfenster, ebenerdige Türen ins Gebäude eindringen und dort Schäden verursachen.

 

 

Auch zu nah am Hang kann zu nah am Wasser gebaut sein

 

 

Zu nah am Hang gebaut? Wenn der Hang gepflastert oder asphaltiert oder anderweitig versiegelt ist, oder wenn die Böden vereist oder durchnässt sind, kann es auf dem Hang nach starken Regenfällen zu Abflüssen kommen, die in das Gebäude hineinlaufen können. Die Situation ist vergleichbar einer Senkenlage, allerdings mit nur einseitigem Zustrom auf das Gebäude.

Eine weitere Gefährdung kann sich nach lang andauernden Regenfällen ergeben. Wenn der Hang nicht mit Pflanzen bedeckt ist oder nur mit Pflanzen, die keine tiefen Wurzeln haben, dann können die oberen Bodendezimeter des Hanges nach einer längeren Regenphase vollständig durchweichen. Da kein stabilisierendes Wurzelwerk den Hang stützt, kann es zu einem Erdrutsch kommen, der in Form einer Schlammlawine auf das unterhalb liegende Gebäude zuläuft und in Gebäudeöffnungen eindringt.

 

Wasser Marsch bei Sturzfluten

 

Sturzfluten bilden sich nach starken Regenfällen auf versiegelten Flächen. Auch auf durchnässten oder vereisten Böden können Sturzfluten entstehen. Die Wassermassen fließen dem Gefälle folgend ab und sammeln sich in Senken auf Straßen und Feldwegen. Dort können sie in kurzer Zeit zu reißenden Abflüssen anwachsen. Sofern ein Gebäude im Fließweg einer Sturzflut liegt, kann bei ungünstig angeordneten Fenstern und Türen Wasser ins Gebäude eindringen. Bei Sturzfluten besteht aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeiten eine große Gefahr.

 

Kanalrückstau – wenn Wasser hoch hinaus will

 

Nach heftigen Regenfällen oder während eines Hochwassers fließt das Abwasser aus einem Gebäude nicht mehr ab, sondern sammelt sich z.B. im Keller und kann dort erhebliche Schäden anrichten.

Wie kann es dazu kommen?
Starker Regen oder Hochwasser kann zu einem Rückstau im öffentlichen Kanal führen. Das gesamte Regenwasser kann dann nicht mehr ablaufen. Dies führt dazu, dass Wasser aus dem Kanal in die privaten Hausleitungen hineindrückt und Abwasser aus den Häusern nicht mehr in den Kanal fließen kann. Im Keller sowie den unteren Stockwerken kann Wasser aus Toiletten, Waschbecken, Bodeneinläufen etc. austreten. Um diesen Situationen vorzubeugen, sind geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen. Hierzu bietet der Markt Rückstauklappen oder Abwasserhebeanlagen an, die je nach Gebäudesituation eingebaut werden müssen.

Beim Anschluss von Regenrinnen an das Abwassernetz ist darauf zu achten, dass bei einer eingebauten Rückschlagklappe, der Anschluss der Regenrinne hinter der Klappe erfolgt. Bei einem falschen Anschluss vor der Klappe gelangt sonst das Regenwasser in das Gebäude.

 

Nasse Eindringwege ins Gebäude

 

Es gibt viele Stellen, an denen Wasser in ein Gebäude eintreten kann. Hier einige Beispiele:

  • Rückstauwasser durch Kanalisation (Waschbecken, WC, Waschmaschinenablauf etc.)
  • Oberflächenwasser durch Lichtschächte
     
  • Oberflächenwasser infolge Durchsickerung der Außenwand
     
  • Grundwasser über Bodeneinläufe oder durchlässige Kellerwände/-böden
  • Oberflächenwasser durch Tür- und Fensteröffnungen